IMPULS

Wenn wir warten müssen

Durchschnittlich 374 Tage seines Lebens verbringt der Mensch mit Warten. Wir warten zum Beispiel an der Ampel, am Automaten, im Bahnhof, im Flughafen, im Stau, beim Arzt, an der Kasse… Ich habe als Schüler jedenfalls viel gewartet. Morgens ging es mit dem Bus zum Bahnhof, um dort 30 Minuten auf einen Zug zu warten, der uns Richtung Schule brachte. Mittags warteten die Mitschüler und ich in der Regel eine Stunde, bis der Bus zum Bahnhof kam und uns nach Hause brachte. Morgens haben wir uns während der Wartezeit in der Regel unterhalten. Mittags haben wir zuerst Hausaufgaben gemacht, und dann mit aufgeblasenen Trinktütchen im Wartesaal Fußball gespielt. Es ging einfach darum, irgendwie die Zeit zu überbrücken, bis es weiterging.

Die Frage ist: Was mache ich, wenn ich warten muss? Hier zwei Tipps: Man kann Wartezeiten nutzen, um zu beten. 1. Thessalonicher 5,17 rät uns: „Hört nicht auf zu beten.“ Es ist gewiss sinnvoller, mit Gott im Gespräch zu sein, als auf dem Handy Mails zu checken. Auch unter Corona-Bedingungen wird gewartet. Ich kann für die Menschen beten, mit denen ich gemeinsam warte, dass sie gesund bleiben oder werden, dass sie den Herrn Jesus kennenlernen oder auch einfach dafür, dass sie einen gesegneten Tag erleben können.

Eine zweite Möglichkeit ist, in der Bibel zu lesen. Es gibt kleine Taschenbibeln, die man problemlos bei sich tragen kann, und zudem unzählige kostenlose Apps für das Handy mit modernen und alten Bibelübersetzungen. „Ich freue mich über dein Wort wie jemand, der einen großen Schatz findet“, lesen wir in Psalm 119,162. Die Bibel enthält auf jeden Fall bessere Nachrichten als die Klatschspalten der Zeitungen. Bibellesen hat immer auch den Vorteil, dass Gott selbst durch sein Wort zu mir spricht. Bibellesen bedeutet Ermutigung, Stärkung und Trost für die Seele und hat den positiven Nebeneffekt, dass ich dabei im wahrsten Sinn des Wortes fürs Leben lerne.

Nutzen wir doch so die Wartezeiten!

Pastor Christoph Meys

Foto: Pixabay